BotUlinumtoxin bei vermehrtem Schwitzen (Hyperhidrosis)
Viele Menschen leiden unter einer erhöhten Schweißneigung (Hyperhidrosis) und den damit verbundenen negativen Aspekten. Die Lebensqualität leidet häufig unter dieser Symptomatik und schränkt die betroffenen in vielen Bereichen stark ein. Dies beginnt damit, dass bestimmte Kleidung nicht mehr gerne getragen wird bis hin zur Meidung umschriebener Situationen und sozialem Rückzug und psychischen Problemen. Auf der anderen Seite wird ein vermindertes Schwitzen auch im Rahmen des allgemeinen Wohlbefindens und Lebensstiles wahrgenommen und manche Menschen auch mit normaler Schweißbildung möchten dieser entgegenwirken.
Auch hier kann Botulinumtoxin helfen: Neben der allgemeinen muskelentspannenden Wirkung beeinflusst Botulinum auch die Schweißdrüsen positiv und setzt deren Schweißproduktion deutlich herab. In diesem Fall wird das Botulinum ganz oberflächlich in die Haut gespritzt und entfaltet nur dort in den Schweißdrüsen seine Wirkung. Diese hält etwa 9 Monate an. Auch hier ist die Anwendung von Botulinum sicher und verursacht im Allgemeinen keine ernsthaften Nebenwirkungen.
Am häufigsten ist die Behandlung der Achselhöhlen, allerdings kann Botulinum auch sonst überall, wo eine Hyperhidrosis bzw. Überaktivität der Schweißdrüsen besteht, angewendet werden, so zum Beispiel im Gesicht, an Handflächen und Fußsohlen.
Knirschen, Pressen, Beißen und andere Funktionsstörungen im Bereich der Zähne und des Kiefers (Bruxismus) betreffen viele Menschen und erzeugen häufig einen hohen Leidensdruck.
Nicht selten sind diese Störungen, welche man als craniomandibuläre Dysfunktion zusammenfasst, Mitauslöser von Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und weiteren neurologischen Symptomen und allgemeinen Befindlichkeitsstörungen.
Wird die craniomandibuläre Dysfunktion nicht frühzeitig und ganzheitlich behandelt, kommt es neben den Folgeschäden an den Zähnen und dem Kiefergelenk zu einer Chronifizierung mit erheblicher Minderung der Lebensqualität.
Hier kann eine Therapie mit Botulinumtoxin neben der zahnärztlichen Grundversorgung mit Schienen und der Behebung von Folgeschäden und physiotherapeutischen Behandlungen eine wertvolle therapeutische Unterstützung des Gesamttherapiekonzeptes darstellen.
Doch wie wirkt es eigentlich?
Die als Bruxismus zusammengefassten Störungen im Sinne von Knirschen, Pressen und Beissen haben gemeinsam, dass die Überaktivität der Kaumuskulatur zu einer starken, dauerhaften Tonuserhöhung führt.
Durch Einspritzung von Botulinumtoxin in die überaktive Kaumuskulatur kommt diese zur Ruhe und eine Entspannung des gesamten Kausystemes ist die Folge.
Die Behandlung ist sehr sicher und nebenwirkungsarm, Komplikationen treten nicht ein. Da Botulinumtoxin immer wieder abgebaut wird, können ohnehin keine dauerhaften Schäden eintreten. Der Behandlungseffekt tritt nach ca. 14 Tagen ein und hält mehrere Monate an. Im Verlauf können sich die Behandlungsintervalle verlängern oder eine Behandlung ist im bestem Fall nicht mehr notwendig.
Bedauerlicherweise wird die Therapie von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen und stellt eine Selbstzahler-Leistung dar.
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